Vestas Lauchhammer wächst weiter (Artikel aus der LR Senftenberg vom 24. August 2011)

Lauchhammer. Der „Laden“ brummt: Beim Rotorblatthersteller Vestas Blades Deutschland GmbH in Lauchhammer ist nicht nur die Produktion der neuen 55-Meter-Flügel für die nächsten Monate verkauft. Das Werk ist auch dabei, die Belegschaft aufzustocken.


Aus den derzeit 540 fest Angestellten, Zeitarbeitern und Auszubildenden könnten annähernd 600 werden.

Das erfuhr die Brandenburger CDU-Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche, die auch Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ist, am Dienstag bei einem Arbeitsbesuch in dem Werk.

An 30 Einstellungen über Zeitarbeitsfirmen werde aktuell gearbeitet. Die Neuen würden zu den gleichen Konditionen eingestellt wie die Stammbelegschaft. Viele „geliehene“ Beschäftigte seien auch schon in feste Arbeitsverhältnisse übernommen worden. „Das muss man sich aber auch leisten können“, warnt der Werkleiter vor zu viel Euphorie.

Facharbeiter aus handwerklichen Berufen zu finden, sei „deutlich schwerer“ geworden, sagt Frank Weise. Händeringend würden weitere Maschinenbediener und Mechatroniker, Frauen und Männer jeden Alters mit technischem Verständnis und physischer Leistungsfähigkeit gesucht.

Bis die Neuen eingearbeitet sind, helfen in Lauchhammer derzeit 13 Spanier aus einem Vestas-Schwesternwerk auf der iberischen Halbinsel aus. Daneben arbeiten in der Lausitzer Flügelproduktion 30 Amerikaner. Ihr Werk in Brigthon (Colorado) wird das zweite des Konzerns sein, das auf die superlangen Rotoren umstellt.

Selbst Mitarbeiter aus der Verwaltung sind derzeit in der Produktion zu finden, wie Personalchef Reiner Marzin. Bei der neu eingeführten Taktfertigung mit teilautomatischen Prozessen und dennoch reichlich Handarbeit gebe es viel zu koordinieren, sagt der Dresdner.

Die für rund 70 Millionen Euro nunmehr größere und komplett umgebaute Rotorblattfabrik ist noch ein Stück von ihrer avisierten Jahresproduktion von etwa 1200 Flügeln entfernt. „Der wöchentliche Ausstoß liegt noch unter 50 Prozent des angestrebten Wertes“, blickt der Werkleiter trotz der anfänglichen Schwierigkeiten zuversichtlich auf die nächsten Monate.

Katherina Reiche zeigt sich beeindruckt von der „hohen Präzision und der Komplexität“ der Arbeit in dem großen Werk. Mit ihrer Novelle zum bestehenden Gesetz über die erneuerbaren Energien mit den Quellen Wind, Sonne, Biomasse und Geothermie habe die Bundesregierung im Sommer die Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Marktes nach dem beschlossenen Atomausstieg bis spätestens Ende 2022 geschaffen. Der Anteil des Ökostroms soll von heute 17 auf 35 Prozent anwachsen.

Ein Punkt des Förderprogrammes ist das Anschieben von zehn Meereswindparks mit fünf Milliarden Euro.

Doch nicht nur das verspricht Arbeit für Lauchhammer. „Ich wünsche mir mehr Bürgerwindparks“, sagt die CDU-Bundestagsabgeordnete aus Luckenwalde. Wenn Bürger, Kommunen und weitere Interessenten ihr Geld investieren, verspreche dies mehr Akzeptanz, ist sie sich sicher. Dies würden Beispiele aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zeigen. Durch diese Möglichkeit sei selbst in den relativ windradfreien Gegenden Süddeutschlands Bewegung gekommen. Die Bundesregierung arbeite derzeit an Finanzierungs- und Handhabungsmodellen. Die Betreiberrendite bei der Windkraft soll im Durchschnitt bei vier bis fünf Prozent liegen. Das EEG sichert über 20 Jahre eine festgelegte Vergütung.

Inhaltsverzeichnis
Nach oben