Inklusion bedeutet nicht Förderschulen abschaffen

Roswitha Schier lud Grund- und Förderschulen zu Fachforum

	Landtagsabgeordnete Roswitha Schier und Gordon Hoffmann vor dem Fachforum zu Gast in der Förderschule in Kittlitz bei Schulleiterin Caroline Schulz
Landtagsabgeordnete Roswitha Schier und Gordon Hoffmann vor dem Fachforum zu Gast in der Förderschule in Kittlitz bei Schulleiterin Caroline Schulz
In Bildungskreisen wird seit längerem die Debatte um die Inklusion geführt. Diese Debatte wurde durch die Äußerungen von Bildungsministerin Münch, die allgemeinen Förderschulen bis 2019 abzuschaffen, weiter angeheizt. Aus diesem Grund lud die CDU Landtagsabgeordnete Roswitha Schier die Vertreter von Förder- und Regelschulen zu einem Fachforum mit dem bildungspolitischen Sprecher der CDU Landtagsfraktion, Gordon Hoffmann, nach Lübbenau ein.

Medizinisches Zentrum Lübbenau - Hoffmann wies zu Beginn der Veranstaltung darauf hin, dass Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet habe und sich daraus die Verpflichtung ableite ein inklusives Bildungssystem zu schaffen. Dabei gehe es darum auch Kindern mit Behinderungen den Weg in das Regelschulsystem zu ermöglichen. Damit dies gelingen könne müsse man aber zunächst die entsprechenden personellen und sächlichen Voraussetzungen schaffen und könne nicht als erstes entscheiden die Förderschulen abzuschaffen.
Die derzeitige Politik der rot-roten Regierungskoalition bezeichnete Hoffmann als katastrophal. „Hier wird die Inklusion als Alibi für die Abschaffung der Förderschulen missbraucht.“, so der CDU-Bildungsexperte.
Ängste und Besorgnis äußerten auch die zahlreich erschienenen Lehrerinnen und Lehrer. „Das Ministerium hat überhaupt keine Vorstellung wie es funktionieren soll und richtet ein Pilotprojekt ein, in dem die beteiligten Schulen auf sich allein gestellt sind.“, meinte ein Teilnehmer. Auch die Sorge, dass durch fehlende Voraussetzungen wie genügend Sonderpädagogen und kleine Klassengrößen die Förderung aller Schüler leiden werde, wurde von den Lehrern geteilt.
Gordon Hoffmann wies zum Abschluss darauf hin, dass es jetzt ganz wichtig sei die Bedenken der Fachleute auch deutlich zu äußern, da die Lobby für Förderschulen deutlich schlechter sei als die der Gymnasien. Roswitha Schier bekräftigte dies und ergänzte, dass man gemeinsam mit den Pädagogen auch dafür sorgen müsse, dass sich „auch die Eltern von Kindern an Regelschulen darüber klar werden, was eine falsch betriebene Inklusionspolitik für ihre Kinder bedeutet.“
Das Bildungsministerium hat für Mai mehrere Regionalkonferenzen zur Inklusion geplant, bei denen der aktuelle Stand der Umsetzung diskutiert werden soll. Alle Gäste äußerten die Forderung an diesen Regionalkonferenzen beteiligt zu werden.

Inhaltsverzeichnis
Nach oben